Abwasserbeseitigung

Allgemeines:
Obwohl sich die Gemeinde Aholming bereits im Jahr 1978 mit einem Betrag von 650.000 DM am Bau der Kläranlage in unserer Nachbargemeinde Moos beteiligte, konnte der Bau der öffentlichen Abwasseranlage in der Gemeinde selbst erst 1992 begonnen werden. In der Zeit von 1987 bis 1991 fand eine umfangreiche Planungsphase statt, in der sich der Gemeinderat schließlich für eine reine Schmutzwasserentsorgung im Vakuumsystem entschied.

Ausschlaggebend hierfür waren in erster Linie die ungünstigen Grundwasserverhältnisse in unserem Gebiet, die beim Bau einer Mischwasserkanalisation extreme Baukosten verursacht hätten. Aber auch das große und flache Gemeindegebiet mit der zerstreuten Bebauung spielte bei der Entscheidung eine wesentliche Rolle. Das Vakuumsystem bietet nämlich den Vorteil, dass das häusliche Abwasser mit relativ kleinen Rohrdurchmessern (DN 65 bis 150) und ohne natürliches Gefälle erfasst und entsorgt werden kann. Das Abwasser wird dann in Stationen gesammelt und über Druckleitungen Richtung Kläranlage Moos befördert.

Allein in der Bauphase 1992 bis 1995, in der die Bereiche Aholming, Tabertshausen und Kühmoos angeschlossen wurden, investierte die Gemeinde fast 14 Mio DM. Dafür wurden drei Pumpstationen und über 20 km Kanäle errichtet über die über 500 Haushalte entsorgt werden können. In den Jahren 2000/2001 erfolgte die Erweiterung im Bereich Neutiefenweg und 2002/2003 wurden die Ortschaften Penzling und Schwarzwöhr angeschlossen.

Im letzten Bauabschnitt, der im Mai 2006 fertig gestellt wurde, konnte die Ortschaft Breitfeld angeschlossen werden. Außerdem wurde die Anlage in den Bereichen Neutiefenweg und Kühmoos erweitert.

Damit hat die Gemeinde seit 1992 insgesamt über 38 km Abwasserleitungen gebaut. Dazu kommen noch die Leitungen in den Baugebieten. Es wurden die Pumpstationen Aholming-Isarau, Tabertshausen, Kühmoos und Penzling sowie die Belüfterstation Breitfeld errichtet. Die Gesamtinvestitionssumme der Gemeinde beträgt fast 11,2 Mio EUR! Die gesamten staatlichen Zuweisungen betragen bisher über 4,2 Mio EUR. Die Differenz wurde durch Herstellungsbeiträge abgedeckt.

Damit sind 96,5% der Einwohner und 97% der 800 Anwesen in unserer Gemeinde an die öffentliche Abwasseranlage angeschlossen. Die restlichen 23 Anwesen fallen unter die sog. Kleinkläranlagenverordnung und müssen selbst für eine geregelte Abwasserbeseitigung sorgen. Aus staatlicher Sicht ist hier ein Anschluss an das öffentliche Netz nicht mehr wirtschaftlich. Unter Bestimmten Voraussetzungen gewährt der Freistaat Bayern aber auch hier Fö,rdermittel.

Auch an dieser Stelle sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine so große Maßnahme ohne die staatlichen Zuweisungen und die pünktliche Beitragszahlung unserer Bürgerinnen und Bürger nicht möglich gewesen wäre.

Technische Einzelheiten:
Wie bereits ausgeführt, handelt es sich bei der Abwasseranlage der Gemeinde Aholming um eine reine Schmutzwasserkanalisation im Druck- und Vakuumverfahren. Das bedeutet, dass in die öffentliche Anlage nur häusliches Abwasser und kein Regen- oder Oberflächenwasser eingeleitet werden darf. Einzelheiten zu den Einleitungsbedingungen möchten Sie bitte der nachfolgend eingestellten gemeindlichen Entwässerungssatzung entnehmen.

Informationen zur technischen Funktionsweise und zur Rückstauebene sind ebenfalls aus den unten eingestellten Beiträgen ersichtlich.

Herstellungsbeiträge:
Die öffentliche Abwasseranlage wird mit staatlichen Zuweisungen und durch Herstellungsbeiträge nach der gemeindlichen Beitragssatzung finanziert.

Grundlage für die Beitragsberechnung ist die nach der Satzung beitragspflichtige Geschossfläche. Diese wird bei den vorhandenen Gebäuden nach den Außenmaßen in allen Geschossen ermittelt. Keller werden mit der vollen Fläche herangezogen. Dachgeschosse werden nur herangezogen, soweit sie ausgebaut sind. Gebäude oder selbständige Gebäudeteile, die nach der Art ihrer Nutzung keinen Bedarf nach Schmutzwasserableitung auslösen, werden nicht herangezogen; das gilt nicht für Geschosse, die tatsächlich eine Schmutzwasserableitung haben. Balkone, Loggien und Terrassen bleiben außer Ansatz, wenn und soweit sie über die Gebäudefluchtlinie hinausragen. Wintergärten sind beitragsplichtig. Einen Sonderfall können bestimmte Garagen darstellen. Hier wird in jedem Einzelfall gesondert entschieden.

Der Herstellungsbeitrag beträgt derzeit nach der gemeindlichen Beitragssatzung 25,23 Euro pro Quadratmeter beitragspflichtiger Geschoßfläche.

Abwassergebühren:
Die Gemeinde erhebt für die Benutzung der Entwässerungseinrichtung für das von der gemeindlichen Entwässerungseinrichtung erschlossene Gemeindegebiet Grund- und Einlei-tungsgebühren. Die Grundgebühr wird für jeden eingebauten Wasserzähler erhoben. Die Einleitungsgebühr wird nach der Menge der Abwässer berechnet, die der Entwässerungseinrichtung von den angeschlossenen Grundstücken zugeführt werden. Als Abwassermenge gelten die dem Grundstück aus der Wasserversorgungseinrichtung zugeführten Wassermengen abzüglich der nachweislich auf dem Grundstück verbrauchten oder zurückgehaltenen Wassermengen, soweit der Abzug nicht nach der gemeindlichen Satzung ausgeschlossen ist.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 23.11.2009 die aus betriebswirtschaftlicher Sicht dringend erforderliche Anpassung der Gebühren für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung beschlossen. Danach gelten ab 01.01.2004 folgende neue Gebührensätze:

  bisher    neu ab 1.1.2010
Grundgebühr: 56,00 € 56,00 €
Verbrauchsgebühr je m³:    0,98 € 1,33 €


Störungen bei der gemeindlichen Abwasserbeseitigung:
Bei Störungen an der gemeindlichen Abwasseranlage (z.B. ständiges Absaugen des Schachtes oder Austreten von Abwasser beim Schacht) wenden Sie sich bitte während der allgemeinen Dienstzeiten unter 09938/95050 an Ihre Gemeindeverwaltung. Bei Störungen am Wochenende (von Freitag 11 Uhr bis Montag 7.30 Uhr) rufen Sie bitte 09938/9505 – 18.

Download:
Entwässerungssatzung
Beitragssatzung zur Entwässerungssatzung
Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung
Wichtige Informationen zur Abwasseranlage der Gemeinde Aholming
Diplomarbeit zu Unterdruckentwässerungsanlagen von Yves Graf Word-Datei (DOC)
     Achtung! 18 MB! Download mit Modem oder ISDN kann mehrere Stunden dauern!
Bekanntmachung zu den Schächten der Abwasserbeseitigung